Zahnaufhellung – Daten, Zahlen & Trends

In einer 2012 durchgeführten Untersuchung der American Academy of Cosmetic Dentistry (Amerikanisches Institut für kosmetische Zahnheilkunde) hielten 99,7 Prozent aller Erwachsenen das Lächeln für ein wichtiges, gesellschaftliches Gut. Weiterhin waren dort 74 Prozent der Ansicht, dass ein strahlendes Lächeln einer Person die Karrierechancen verbauen kann. Zähne sollen also nicht nur gesund sein, sondern auch danach ausschauen – also strahlend weiß.

Das sehen auch immer mehr Verbraucher genauso und die Hersteller von Bleachingprodukten sprechen sogar von einem klaren Trend in Richtung Zahnaufhellung.

Von welcher Bedeutung schöne Zähne für die Deutschen sind, zeigt eine Umfrage des Statistikportals Statista.com. Demnach schämen sich rund 4 Prozent aller Befragten gelegentlich für ihre Zähne:

Statistik: Häufigkeit des Schämens aufgrund der Zähne in den letzten 12 Monaten bei Menschen in Deutschland (in Prozent) | Statista

Zahnaufhellung am besten mit fachkundiger Beratung

Für hellere Zähne ist zumeist kein zahnärztlicher Eingriff vonnöten, denn zumindest das Home Bleaching lässt sich in den meisten Fällen selber durchführen – am besten allerdings zumindest unter fachkundiger Beratung durch den Zahnarzt. Zumal es bei den einzelnen Bleachingmethoden erhebliche Unterschiede in der Art des jeweiligen Wirkstoffes und dessen Konzentration gibt.

Insbesondere wer über schmerzempfindliche Zähne verfügt, sollte daher vor dem Bleaching unbedingt den Rat seines Zahnarztes einholen.

Grundsätzlich lassen sich drei sehr unterschiedliche Methoden des Zahnaufhellens unterscheiden:

Home Bleaching

Das kostengünstige Home Bleaching kann jeder ohne Zahnarztbesuch selbst durchführen. Dies sind Gels, spezielle Zahncremes oder Sticks, die es ab ca. 5 Euro in Drogerien gibt.

Office- oder Power-Bleaching

Das etwa zwischen 200 und 600 Euro teure Office- oder Power-Bleaching führt der Zahnarzt durch. Der trägt ein Aufhellungsmittel auf die betroffenen Zähne auf und entfernt es nach einer halben Stunde wieder.

Walking-Bleach-Methode

Die zwischen 150 und 400 Euro teure Walking-Bleach-Methode wird vornehmlich bei toten Zähnen Angewendet. Diese befüllt der Zahnarzt für einige Tage mit einem Aufhellungsmittel..

In Österreich gehören Zahnbleachings zu den beliebtesten kosmetischen Eingriffen

Rund 57 Prozent aller Befragten können sich kosmetische Zahnbehandlungen vorstellen:

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Zahnarztverbände befürworten das Bleaching

Aus medizinischer Sicht ist das Aufhellen der Zähne unbedenklich, vor allem wenn es unter zahnärztlicher Aufsicht erfolgt. So kam die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde in einer wissenschaftlichen Stellungnahme zu folgendem Schluss:

Die zwischen 150 und 400 Euro teure Walking-Bleach-Methode wird vornehmlich bei toten Zähnen Angewendet. Diese befüllt der Zahnarzt für einige Tage mit einem Aufhellungsmittel.

Allerdings differieren die in der Literatur angegebenen Erfolgsquoten für Bleichtherapien sehr stark. Dabei wird zunächst stets eine deutliche Aufhellung der Zähne festgestellt.

Dieser Effekt reduziert sich jedoch im Laufe weniger Jahre und macht einer weitere Bleachingtherapie erforderlich.

Der gleichen Meinung war auch der Weltverband der Zahnärzte FDI in seiner grundsätzlichen Stellungnahme zum Thema Bleaching aus dem Jahr 2011:

Der Weltverband der Zahnärzte FDI befürwortet die gewissenhafte Anwendung professionell verschriebener und durchgeführter Verfahren für das Bleichen der Zähne.

Nach fachlich verifizierten Untersuchungen kam der FDI zu dem Schluss, dass das mit peroxidhaltigen Präparaten durchgeführte Bleaching als sicher und effizient gelten kann, wenn es unter zahnärztlicher Aufsicht und sachgemäß angewendet wird.

Voraussetzung dafür ist die Beachtung folgender Punkte:

  1. Differenzierung: Die Zahnaufhellungsmittel unterscheiden sich in Stärke, Zusammensetzung, Dosierung und Wirkmechanismen
  2. Beratung: Eine zahnärztliche Beratung führt zu einem optimalen Ergebnis und schaltet durch unsachgemäße Anwendungen entstehende Risiken aus
  3. Schutz: Bei Produkten mit hoher Wasserstoffsuperperoxid-Konzentration sollte das Zahnfleisch zusätzlich geschützt werden
  4. Nachtschienen: Bei der daheim durchgeführten Vitalbleichung mit Nachtschienen sind geringste Mengen niedrig dosierten Wasserstoffperoxids zu bevorzugen. Individuell angepasste Schienen erhöhen den Wirkungsgrad und senken damit die erforderliche Dosis
  5. Wärme, Licht & Laser: Der Nutzen einer Zahnaufhellung durch Wärme, Licht oder Laser konnte bislang wissenschaftlich nicht belegt werden, zudem besteht dort die Gefahr der Schädigung des Pulpagewebes (des Zahnmarks)
  6. Bleichmittel: Die langfristigen Auswirkungen von Bleichmitteln mit sehr hoher Konzentration (i.e. mehr als 6 Prozent H2O2 oder Äquivalent) auf die Zähne und das Zahnfleisch wurden wissenschaftlich noch nicht geklärt. Diese starken Mittel sollten daher nur unter zahnärztlicher Aufsicht benutzt werden

Bleachingprodukte im Test

Aber welche Mittel sind nun empfehlenswert, da wirksam und nicht zahnschädigend?

Darüber haben wir einen umfangreichen Vergleichstest durchgeführt. Testsieger wurden dort zwei Bleichstifte, die sowohl kostengünstig als auch einfach in der Handhabung sind und keinen vorherigen Zahnarztbesuch erfordern.

Völlig enttäuschend schnitten hingegen die Thermoform Zahnschienen ab. Die überaus unpraktische und komplizierte Handhabung dieser Zahnschienen führten zu einer ernüchternden Gesamtwertung von 43 Prozent – da konnte auch der Dumpingpreis von acht Euro nicht mehr viel bewirken.

Die in den letzten Jahren beliebteste Marke zur Zahnaufhellung ist übrigens laut einer jährlich erhobenen Umfrage Colgate Simply White gefolgt von Blend-a-med Whitestrips.

Dieser Statistik lässt sich im Übrigen auch entnehmen, dass sich in Deutschland mittlerweile mehr als 4 Millionen Personen die Zähne aufhellen, das sind fast zehn Prozent mehr als fünf Jahre zuvor. Erstaunlicher Weise finden übrigens weißende Zahncremes nur bei einem verschwindend geringen Teil der hiesigen Bevölkerung Verwendung.