Die Zahnzusatzversicherung: Vorteile, Nachteile & Hintergründe

Zahnzusatzversicherung

Durch ständig steigende Eigenanteilskosten bei Zahnbehandlungen und Zahnersatz wird eine Zahnzusatzversicherung immer wichtiger. Gerade da die Gebührenordnung für Zahnärzte 2011 zur Aktualisierung ansteht, muss mit einer Erhöhung von 5 bis 15 Prozent bei den Zahnarzthonoraren gerechnet werden.

Allerdings können nicht alle Patienten diese Versicherung abschließen. Bei bester Zahngesundheit kann es sein, dass die Zusatzversicherung nie beansprucht werden muss. Liegt bereits eine desolate Zahnsituation vor, sind die Chancen dass man von einer Zahnzusatzversicherung genommen wird, relativ gering oder die Prämien sind extrem hoch. Es gibt aber Situationen in denen diese Zusatzversicherung wirklich lohnt. Das ist beispielsweise der Fall wenn bereits eine Parodontitis vorliegt.

Denn dann ist mit späteren Zahnverlusten zu rechnen. Auch wenn in der Vergangenheit bereits viele Wurzelbehandlungen stattgefunden haben, denn auch hier kann später verstärkt mit Zahnverlust gerechnet werden. Auch viele gefüllte Zähne können dazu führen, dass irgendwann Restaurationsmaßnahmen wie Inlays oder Kronen notwendig werden.

Sind bereits Brücken oder Kronen vorhanden, ist ebenfalls ein erhöhtes Risiko vorhanden, da diese nicht ewig halten werden.

Doch wie findet man den passenden Tarif?

Sich im Tarifdschungel zu Recht zu finden ist nicht einfach, denn viele Angebote sind nicht mehr zeitgemäß oder viel zu teuer. Vor dem Abschluss einer sollte man deshalb die einzelnen Tarife aufmerksam durchlesen. Nur so kann man sinnvolle von völlig ungeeigneten Tarifen unterscheiden. Unbedingt Bestandteil einer Zahnzusatzversicherung ist der allgemeine Zahnersatz, sowie funktionsanalytische Maßnahmen wie etwa Registrierung der Kiefergelenkposition oder der Kiefergelenkbewegung in Verbindung mit Zahnersatz.

Enthalten sollten auch keramische Verblendungen bei Kronen und Brücken sowie Inlays aus hochwertigen Füllungen wie Keramik oder Gold sein. Weitere private Zahnbehandlungen sind beispielsweise besondere Wurzelbehandlungen, professionelle Zahnreinigung, Laserbehandlung oder Kunststofffüllungen.

Prozentualer Anteil der Rechnung

Bei Absicherung des Zahnersatzes sollte besonders darauf geachtet werden, dass Leistungen einer Zusatzversicherung nicht als eine Vorleistung an die gesetzliche Krankenkasse gekoppelt ist. Eine gute Wahl sind Zahnzusatzversicherungen, welche einen prozentualen Zuschuss des Rechnungsbetrages erstatten. So kann vorab eine sichere Kalkulation erfolgen.

Einige Policen sichern zu beginn nur einen begrenzten Zuschussbetrag jährlich zu, welcher sich dann allerdings von Jahr zu Jahr erhöhen kann.

Nur versichern was man braucht

Gesetzliche Krankenkassen bezuschussen derzeit nur lippenseitige keramische Überzüge und das nur bei Kronen im Frontzahnbereich. Für hintere Zähne gibt es kein Keramik. Bei der Zahnzusatzversicherung sollte daher darauf geachtet werden, dass diese in vollem Umfang eine keramische Vollverblendung oder Verblendung oder eine Keramikinlayversorgung trägt. Oft sind bei Implantatbehandlungen dass auch die notwendigen Knochenaufbau-Maßnahmen übernommen werden.

Beim Abschluss der Zahnzusatzversicherung sollte aber auch darauf geachtet werden, dass man keine Leistungen erkauft, die man gar nicht braucht, wie etwa Krankentagegeld oder eine Brille. Die Zahnzusatzversicherung sollte sich nur auf die Zähne spezialisieren.

Bei Vertragsabschluss nicht mogeln

Wird eine Zahnzusatzversicherung beantrag, darf keine Zahnerkrankung oder andere Schäden verschwiegen werden. Werden im Bedarfsfall Angaben nachträglich überprüft, kann es dazu führen das man leer ausgeht oder wegen Versicherungsbetrug sogar rechtliche angeklagt wird.

Fazit: Eine Zahnzusatzversicherung wird wegen immer geringeren gesetzlichen Leistungen zunehmend wichtiger. Sie kann im Bedarfsfall viel bares Geld sparen und ermöglicht schöne, gesunde Zähne bis ins hohe Alter.